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Dienstag, 22. April 2008

macinplay ist wieder online!

Unter dem Link http://www.macinplay.de ist das gute alte macinplay zurückgekehrt. Ab sofort wird dieses macgalaxy-Blog daher nicht mehr gepflegt – bitte aktualisiert eure Bookmarks! Das Team hier vom macgalaxy-Blog sagt "Danke für die Aufmerksamkeit" und freut sich auf euren Besuch in unserer alten Heimat macinplay!

macinplay-Relaunch

Mannomann, wir haben so viel mit dem Relaunch von macinplay zu tun, dass wir in den letzten Tagen echt zu nix gekommen sind in diesem Blog. Wir jedenfalls zittern schon mal ein bisschen ob des selbst auferlegten Erwartensdrucks.

Mittwoch, 16. April 2008

Dolly ist wieder da oder der Sturm im Wasserglas


Von 1995 bis 1997 gab es eine Zeit, in der Macs nicht nur exklusiv von Apple zu bekommen waren, sondern der Hersteller auch offiziell Lizenzen vergab. Cupertino erhoffte sich damit höherer Marktanteile und mehr Einnahmen durch Softwarelizenzen. 

Das war die Zeit der Clones.
Mit der Rückkehr von Steve Jobs an die Spitze von Apple Computer wurde dieser Weg relativ schnell beendet, da wohl hauptsächlich Apples eigenes Hardwaregeschäft geschwächt wurde.

Dann gab es den berühmten Switch zu Intel und diverse Bastler machten sich dran, OSX auf "normalen" PCs zum Laufen zu bringen. 
Das war aber alles mehr oder weniger illegal, da Apples Lizenzbestimmungen etwas dagegen haben und mit jedem OSX-Patch ging das Katz- und Mausspiel wieder von vorne los. Und Apples Rechtsabteilung machte Überstunden um entsprechende Seiten wieder vom Netz zu nehmen.
Bis auf einige Nischenprodukte wie diesen Tablet-Mac, ein umgebautes Macbook, gab es zu Apple also keine Alternativen.

Um so überraschender kam jetzt Anfang die Ankündigung einer kleinen Firma aus Miami, Florida, einen PC mit OSX anzubieten, den "Open Mac".
Psystar schaffte es damit zumindest bis auf die Titelseiten praktisch aller Nachrichtendienste, egal ob sie etwas mit Computern zu tun haben oder nicht.  In diesen Zeiten ist Apple wohl so etwas wie ein Popstar unter den Firmen dieser Welt. 
Und natürlich überschlugen sich die Foren und Blogs. Und ja, Psystars Webseite brach blitzartig unter dem Ansturm zusammen.

Was war also geschehen?
Eigentlich nicht viel: Ein PC aus Standardteilen wurde für 399.-$ angeboten, die Ausstattung zum beworbenen Preis ist eher mager und das OS muss auch noch extra bezahlt werden. 
Der Werbespruch dazu lautet: "Reinventing the Wheel: Open Computing".
Da beginnt in meinen Augen auch schon das Rückzugsgefecht: Als die Webseite nach dem ersten Ansturm wieder zu erreichen war, war aus dem "Open Mac" ein "Open Computer" geworden. Und es gibt einen großen Bruder für sensationelle 999.-$

Und wenn man die FAQs dazu liest, dann bleibt von der Neuerfindung des Rades eigentlich auch nicht allzu viel übrig: Dafür, das OSX-Updates funktionieren kann keine Garantie übernommen werden und um eine CD auszuwerfen möge man doch bitte das Terminal bemühen, da der, zumindest von mir sehr geschätzte, Auswurfknopf auf normalen Keyboards ja nicht vorhanden ist.

Aber lange wird es wohl nicht dauern, bis Apples Anwälte Miami besuchen.

Eigentlich ist also nichts passiert. 
Jemand hat das OSX86Projekt genommen und an das Licht der großen breiten Öffentlichkeit gezerrt. Ob deren Macher darüber so furchtbar glücklich sind, darf bezweifelt werden.
Echte Bastler bekommen einen PC, auf dem OSX irgendwie läuft auch günstiger hin und der Standarduser der einfach nur mit der Kiste arbeiten will ist mit einem Mac Mini wohl besser bedient.
Allerdings zeigt die große Aufregung auch, wie sehr sich viele Appleuser einen erweiterbaren Rechner unterhalb des MacPros wünschen. Und sei es nur, damit die ganzen externen Laufwerke vom Schreibtisch verschwinden.

Sonntag, 6. April 2008

Verweile doch, Du bist so schön?

Oder: Was der Zocker nicht kennt, spielt er nicht.

Neulich, eines wunderschönen sonnigen Tages, hab ich mich nicht etwa in den Park gelegt. Nein, ich surfte durch das Netz der Netze, bekam ein paar neue Pickel und blieb an einem Artikel bei Intro.de hängen. Hauptsächlich deswegen, weil es zunächst den Anschein hatte, als würde es um eines meiner Lieblingsreizthemen, Indizierung und Gewalt in Videospielen, gehen. Ging es auch. Aber nur zum Teil. Denn das Fazit des Artikels lautet: Die meisten neuen Videospiele begnügen sich damit, bisher erreichte technische Standards zu verfeinern bzw. zu verbessern, sowohl was die Spielmechanik als auch die visuelle und akustische Präsentation angeht. An die Inhalte traut man sich, sofern sie überhaupt vorhanden sind, kaum. Die meisten Videospiele seien ein purer technischer Show-off. Und das hauptsächlich deswegen, weil die Kundschaft nichts anderes verlangt.

Neu ist die Erkenntnis sicher nicht. Aber es ist doch irgendwie bezeichnend, dass sich über all die Jahre wenig bis gar nichts an der Situation geändert hat. Dabei bemüht man sich seit geraumer Zeit verschiedener Orts, das Videospiel als ernstzunehmendes Medium zu etablieren und zu begreifen – vergleichbar zum Beispiel mit Film und Fernsehen. Es erscheinen – und verschwinden – Magazine, die versuchen, abseits von gängigen, technikfixierten Bewertungskorsetts an das Videospiel heranzutreten. Bei Macinplay haben wir öfters Meldungen veröffentlicht, die belegen, dass sich das Computerspiel bei Menschen jenseits der 25 zunehmend größerer Beliebtheit erfreut. Was natürlich – zu einem nicht unerheblichen Teil – daran liegt, dass die Kids von damals ihr Hobby einfach über die Jahre mitgenommen haben und nach wie vor mitnehmen. Beim Besuch der Webseiten der »Gamestar« wird man seit einiger Zeit mit ›Sie‹ angesprochen. Die Adoleszenz ist in vollem Gange. Und eigentlich ist es auch höchste Zeit für diesen Wandel. Umso erschreckender ist da andererseits die Feststellung, dass die Spiele selbst kaum mitgereift sind. Denn trotz allem technischen Bombasts und grafischen Pomps sind die meisten neuen Spiele nur selten mehr als ein Geschicklichkeitstest.

Das ist einigermaßen schade. Gerade dem Videospiel sollten – als noch immer relativ jungem Medium – doch zahlreiche neue Möglichkeiten offen stehen, Geschichten zu erzählen. Auch – und besonders – jenseits von Cutscenes. Und gerne in Spielen, die nicht zu den klassischen Erzählgenres (Adventures, Rollenspiele etc.) gehören. Aber das wäre was Neues. Was Neues ist immer auch ein Wagnis. Und für Wagnisse wird nur selten Geld locker gemacht – vor allem in einer Industrie, in der, wie man sagt, schon die Entwicklung eines ›konventionellen‹ Spiels horrende Summen verschlingt. Wenn man dann als Spieleproduzent doch weiß, dass man seine Kunden auch mit weit weniger ambitionierten Produkten bei der Stange halten kann, braucht man auch kein Geld in waghalsige Unternehmungen investieren.

Klingt das resigniert? Mag sein. Und dabei geht es geht mir nichtmal um Kritik an der gängigen Praxis, erfolgreiche Spielkonzepte in zahlreichen Fortsetzungen immer wieder auf den Markt zu schmeißen. Es geht mir auch nicht darum, Weiterentwicklung zu verteufeln. Neue Möglichkeiten durch Variation und Verfeinerung bestehender Ideen sind toll. Ich würde mir nur wünschen, dass abseits der großen ›Blockbuster‹, abseits des Wiederkäuens, des Verfeinerns und Verbesserns von bereits dagewesenem auch ein Raum für inhaltlich und formal ambitionierte Projekte entsteht. Für Projekte, die mehr Spielerfahrung zulassen als (lobenswerte) Sharewareexperimente wie z.B. »The Graveyard«. Neben vielen neueren Ego-Shootern wirkt auf mich z.B. sogar der dritte Aufguss des vielgescholtenen Megasellers »Die Sims« wie ein Ausbund an Innovation und Experimentierfreude. Und das macht mir ein bisschen Angst. Auch vor mir selbst.

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